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Mali ist ein Binnenstaat in Westafrika. Er grenzt an Algerien im Norden, Niger im Osten, Burkina Faso und die Elfenbeinküste im Süden, an Guinea im Südwesten und an Senegal und Mauretanien im Westen. Der 1,24 Millionen km² große Staat wird von 14,5 Millionen Menschen bevölkert. Seine Hauptstadt heißt Bamako. Der größte Teil der Bevölkerung lebt im Südteil des Landes, der von den beiden Strömen Niger und Senegal durchflossen wird. Der Norden erstreckt sich bis tief in die Sahara und ist äußerst dünn besiedelt.
Auf dem Gebiet des heutigen Mali existierten im Laufe der Geschichte drei Reiche, die den Transsaharahandel kontrollierten: das Ghana-Reich, das Mali-Reich, nach dem der moderne Staat benannt ist, und das Songhai-Reich. Im goldenen Zeitalter Malis blühten islamische Gelehrsamkeit, Mathematik, Astronomie, Literatur und Kunst. Im späten 19. Jahrhundert wurde Mali Teil der Kolonie Französisch-Sudan. Zusammen mit dem benachbarten Senegal erreichte die Mali-Föderation 1960 ihre Unabhängigkeit. Kurz danach zerbrach die Föderation und das Land erklärte sich unter seinem heutigen Namen unabhängig. Nach langer Einparteienherrschaft führte ein Militärputsch 1991 zur Verabschiedung einer neuen Verfassung und zur Etablierung eines demokratischen Mehrparteienstaates. Im Januar 2012 brach ein bewaffneter Konflikt in Nordmali aus, im Zuge dessen Tuareg-Rebellen die Abspaltung des Staates Azawad von Mali proklamierten. Der Konflikt wurde durch den Putsch vom März 2012 und späteren Kämpfen zwischen Islamisten und den Tuareg noch verkompliziert. Angesichts der Gebietsgewinne der Islamisten begann am 11. Januar 2013 die Operation Serval, im Verlaufe derer malische und französische Truppen den Großteil des Nordens zurückeroberten. Die UN-Sicherheitskonferenz unterstützt den Friedensprozess mit der Entsendung der MINUSMA.
Die wichtigsten Wirtschaftszweige sind die Landwirtschaft, die Fischerei und in zunehmendem Maße der Bergbau. Zu den bedeutendsten Bodenschätzen gehören Gold, wovon Mali den drittgrößten Produzenten Afrikas darstellt, und Salz. Etwa die Hälfte der Bevölkerung lebt unterhalb der Armutsgrenze.
In kulturellen Bereichen hat Mali lange Traditionen vorzuweisen. Speziell in Musik, Tanz, Literatur und bildender Kunst führt es ein eigenständiges Kulturleben, das weit über seine Grenzen hinaus bekannt ist. Trotzdem liegt das Land im Human Development Index nur auf dem 176. Platz.
Die Bevölkerung Malis gehört zu den am schnellsten wachsenden der Welt. Sie vermehrt sich jedes Jahr um 3,0 Prozent, zwischen 1950 und 2014 hat sie sich von 4,6 Millionen auf 17,4 Millionen nahezu vervierfacht. Anders als in den meisten Ländern der Welt ist die Fertilität nicht gesunken, sondern verharrt von 1960 bis heute auf einem sehr hohen Niveau von über sechs Kindern pro Frau. Dabei ist sie in den vergangenen Jahren leicht gesunken, von 6,8 Kindern pro Frau im Jahr 2001 über 6,6 im Jahr 2006 auf zuletzt 6,1 in 2012/13. Im gleichen Zeitraum ist die Lebenserwartung bei Geburt von 29,7 Jahren (1950) auf 52,1 Jahre (2010) gestiegen. Diese beiden Faktoren zusammengenommen bescheren dem Land ein Bevölkerungswachstum, für das kein Abklingen in Aussicht steht, das aber in seiner Höhe nicht mehr lange aufrechterhalten werden kann. Rein rechnerisch hätte Mali bei konstant bleibendem Wachstum im Jahre 2050 61,3 Millionen Einwohner, was angesichts der ökologischen Voraussetzungen undenkbar ist. Somit befindet sich das Land auf dem Weg in ein Desaster von größeren sozialen, demographischen und ökologischen Krisen. Für die Völker Malis haben Migration und Mobilität eine lange Tradition, viele ihrer frühen Reiche bezogen ihren Wohlstand und ihre Macht von umherziehenden Handelskarawanen. Das Nomadentum gehörte bei vielen Völkern des Landes bis vor sehr kurzem noch ganz selbstverständlich zum Leben dazu. Die traditionellen Migrationsbewegungen verlaufen dabei auch über die erst vor wenigen Jahrzehnten gezogenen Grenzen hinweg.
Seit der Unabhängigkeit des Landes verlor Mali etwa 3 Millionen Bürger permanent an das Ausland. Im Jahr 2010 lebten mehr als 1 Million Malier, etwa 7,6 % der Bevölkerung, außerhalb des Landes. Unter Personen mit höherer Ausbildung liegt dieser Anteil doppelt so hoch. Zu den wichtigsten Zielstaaten malischer Auswanderer gehören zunächst seine Nachbarn Elfenbeinküste, Nigeria, Niger, Burkina Faso, Senegal, aber auch Frankreich und Spanien. Im Jahr 2010 lebten 162.000 Ausländer in Mali, was 1,2 % der Bevölkerung entspricht. Sie kamen überwiegend wiederum aus den Nachbarländern und waren zu etwa 6 % Flüchtlinge. Die Gelder, die ausgewanderte Malier nach Hause zurücksenden, sind zu einem wichtigen Faktor der malischen Wirtschaft geworden. Im Jahre 2009 beliefen sich diese Überweisungen auf 400 Millionen US-Dollar, was eine Verdreifachung gegenüber 2003 bedeutet. Diese Überweisungen machen das vierfache der Direktinvestitionen ausländischer Unternehmen oder nicht ganz die Hälfte der Entwicklungshilfe aus. Da die Grenzen Malis nicht entlang nationaler oder ethnischer Siedlungsgebiete, sondern entlang kolonialer Einflusssphären und Verwaltungsräume gezogen wurden, lebt auf dem Gebiet des Landes heute eine große Zahl an Völkern, die sich hinsichtlich Sprache, Religion und anderen anthropologischen und ethnologischen Merkmalen unterscheiden. Diese Völker siedeln in der Regel nicht nur in Mali, sondern auch in den Nachbarländern. Zu beachten ist hierbei, dass die Zuordnung der Ethnien wie auch deren Bezeichnung teilweise Konstrukte aus der Kolonialzeit darstellen.
Die dominierende Gruppe in Mali heißt Mande, sie macht etwa 40–45 % der Gesamtbevölkerung aus. In diese Gruppe fallen die Bambara (35 %), Malinke (5 %) und Jula (2 %). Ihr Siedlungsgebiet liegt im südwestlichen Dreieck des Landes. Zu den Sudanvölkern, die insgesamt 21 % der Gesamtbevölkerung erreichen, gehören die Soninke bzw. Sarakolle (8 %), Songhai (7 %), Dogon (5 %) und die Bozo (1 %). Die Volta-Völker sind mit etwa 12 % vertreten, sie siedeln vornehmlich nahe der Grenze zu Burkina Faso, zu dieser Gruppe gehören die Senufo (9 %), Bwa bzw. Bobo (2 %) und Mossi (1 %). Während alle diese Gruppen sesshaft leben und schwarzafrikanischer Herkunft sind, führen die Fulbe (10 %), die Tuareg (6 %) und die Mauren (3 %) ein nomadisches oder halbnomadisches Leben, wobei durch die klimatischen Veränderungen und die kriegerischen Auseinandersetzungen der letzten Jahre viele Nomaden ihr traditionelles Leben aufgeben mussten. Besonders die Tuareg sind von fortschreitender Marginalisierung bedroht.
In Mali werden etwa 35 Sprachen gesprochen, die zu drei verschiedenen Sprachfamilien gehören, und die ihrerseits wieder in lokale Varianten und Dialekte zerfallen. Die Sprachgrenzen verlaufen entlang der ethnischen Grenzen. Bambara ist mit etwa 4 Millionen Muttersprachlern die bedeutendste dieser Sprache, sie gilt als Verkehrssprache nicht nur des Landes, sondern der ganzen Region, und hatte diese Rolle bereits in der Vergangenheit. Geschätzte 5 Millionen Malier sprechen Bambara heute als Zweitsprache. Senufo hat geschätzte 2 Millionen Sprecher allein in Mali, auch in den Nachbarländern ist Senufo weit verbreitet. Weitere wichtige Sprachen sind Songhai (1,5 Millionen Sprecher), Fulfulde (auch 1,5 Millionen) und Maninka (1,2 Millionen Sprecher). Im Norden Malis sind Tuareg-Sprachen und Arabisch verbreitet, die dortige Bevölkerung betrachtet Bambara als Mittel der Machtentfaltung der subsaharischen Völker und weigert sich aus diesem Grund, diese Sprache zu lernen. Tamascheq und Tamahaq haben in Mali gemeinsam etwa 800.000 Sprecher. Die französische Sprache wird in Mali zwar nur von einer verschwindenden Minderheit als Muttersprache gesprochen, wird aber trotzdem von der Verfassung Malis zur Amtssprache erklärt. Das malische Gesetz erkennt neben Französisch 13 Sprachen als nationale Sprachen an und verbietet Diskriminierung aufgrund von Sprache. Während Parlamentsdebatten auf Französisch gehalten werden, wird in Gerichten meist in einer nationalen Sprache verhandelt. Die Unterlagen werden in jedem Fall auf Französisch angefertigt. An den Schulen wird ebenfalls meist in der Sprache der Ethnie unterrichtet, Französisch nimmt aber schon in der Grundschule breiten Raum ein. Höhere Bildung wird nur auf Französisch angeboten. Für Möglichkeit sozialer Mobilität besitzt die Sprache der früheren Kolonialmacht nach wie vor hohe Bedeutung, es wird geschätzt, dass 2,2 Millionen Malier auf Französisch kommunizieren können.
