Telefonbuch Marshallinseln

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Die Republik Marshallinseln ist ein ozeanischer Inselstaat im westlichen Pazifischen Ozean. Der Staat umfasst die gleichnamige Inselgruppe, die zu Mikronesien gehört. Die Marshallinseln bestehen aus zwei fast parallel verlaufenden Insel- beziehungsweise Atollketten: Die Ratak-Kette (Sonnenaufgangsinseln) mit 14 Atollen und zwei Inseln im Osten sowie die Ralik-Kette (Sonnenuntergangsinseln) mit 15 Atollen und drei Inseln im Westen. Zu den Inselketten gehören zusammen rund 1225 größere und kleinere Inseln sowie 870 Riffe, die sich über ein Gebiet von knapp 2 Mio. km² im mittleren Pazifik erstrecken. Die Landfläche von insgesamt 181 km² ragt im Mittel rund 2 Meter über den Meeresspiegel hinaus. Das Klima ist feucht und heiß mit einer Regenzeit von Mai bis November. Die Inseln werden gelegentlich von Taifunen erfasst.

Zwei Drittel der Bevölkerung leben auf den Inseln des Majuro-Atolls und auf Ebeye. Die anderen Inseln sind wegen fehlender Arbeits- und Entwicklungsmöglichkeiten nur dünn besiedelt oder unbewohnt. Hauptstadt ist die Gemeinde (Local Government Council, früher municipality) Majuro, die das gleichnamige Atoll umfasst. Amtssprachen sind Marshallesisch und Englisch.

Telefonauskunft Marshallinseln Übersicht
90 Prozent der Bevölkerung gehören der Unabhängigen Protestantischen Kirche der Marshallinseln an, 8,5 Prozent sind römisch-katholisch. Abgesehen davon, dass sie wahrscheinlich im 2. Jahrtausend vor Christus von Mikronesien aus besiedelt wurden, ist über die Frühgeschichte der Inseln wenig bekannt. Als erster Europäer fuhr der spanische Entdecker Alonso de Salazar 1526 die Inseln an, 1529 erreichte sie der spanische Seefahrer Alvaro de Saavedra. Die Spanier machten jedoch keine weiteren Ansprüche auf die Inseln geltend, so dass sie für weitere zwei Jahrhunderte von den Europäern unbeachtet blieben, bis sie der englische Kapitän John Marshall 1788 besuchte. Nach ihm wurden die Inseln später benannt. Anfang des 19. Jahrhunderts kartographierte sie erstmals der deutsch-baltische Entdecker Otto von Kotzebue als Offizier der russischen Marine. In den 1850er Jahren entstanden durch Missionare erste Schulen auf den Inseln. In der Folge legten deutsche Kaufleute Kokosplantagen zur Gewinnung von Kopra an. Nachdem 1885 eine deutsche Handelsgesellschaft auf den Inseln errichtet worden war, übernahm 1886 der erste Kaiserliche Kommissar Wilhelm Knappe die Hoheitsrechte für Deutschland. 1906 wurden die Inseln offiziell Teil der Kolonie Deutsch-Neuguinea.

Japanische Soldaten eroberten sie 1914 während des Ersten Weltkrieges und errichteten auf ihr Militärbasen. Nach dem Krieg wurde Japan im Rahmen des japanischen Südseemandats vom Völkerbund offiziell mit der Verwaltung der Inseln betraut. Am 31. Januar 1944 wurde das Kwajalein-Atoll im Zweiten Weltkrieg wegen der strategisch guten Lage des Archipels von den USA angegriffen und nach der Schlacht um Kwajalein am 3. Februar eingenommen, der ersten Schlacht um die Marshallinseln. Innerhalb weniger Wochen fielen 30 weitere Inseln an die USA. Sie errichteten in Majuro eine Militärbasis. Nach dem Krieg gehörten die Inseln zum Treuhandgebiet Pazifische Inseln der USA im Auftrag der Vereinten Nationen. Die USA führten bis in die 1960er Jahre Atom- und Wasserstoffbombentests auf dem Bikini-Atoll und Eniwetok durch. Nach der Rücksiedelung der ursprünglichen Einwohner wurde eine erhöhte Radioaktivität festgestellt, so dass die Einwohner erneut umgesiedelt werden mussten.

1979 wurden die Marshallinseln als Republik unabhängig und schlossen ein Assoziierungsabkommen mit den USA, das 1986 in Kraft trat. Vollständige formale Unabhängigkeit erreichten sie nach internationalem Recht 1990, nachdem der Schutzauftrag durch die UN an die USA offiziell endete (UN-Treuhandrat). Die Marshallinseln, Mikronesien und Palau gehören zu den wenigen Staaten, die in der UN-Generalversammlung konsequent auf Seiten der USA gegen Kuba und für Israel stimmen. Die Geschichte der Marshallinseln, beginnend mit der deutschen Kolonie, kann auf Briefmarken des Postgebiets, zu dem unter anderem die Marken und Stempel von Nauru gehören, verfolgt werden. Insbesondere die modernen Ausgaben der Marshallinseln bilden Szenen aus der Geschichte des Inselstaates ab. Die heutige Republik Marshallinseln besteht seit 1990, die Verfassung stammt aus dem Jahr 1979 (letzte Änderungen 1990). Gesetzgebende Organe sind das Parlament („Nitijela“) mit 33 Abgeordneten, die alle 4 Jahre neu gewählt werden, und der „Rat der Stammesführer“ („Council of Iroij“) mit 12 Mitgliedern. Das Parlament wählt den Präsidenten, während der Council of Iroij sich mit Dingen befasst, die das Land, die Sitten und die Tradition betreffen. Wird dem Kabinett zweimal hintereinander das Misstrauen ausgesprochen, kann der Präsident das Parlament auflösen und Neuwahlen ausrufen. Staats- und Regierungschef ist seit Januar 2012 Christopher Loeak. Die Gesetzgebung ist dem Parlament vorbehalten, denn Staaten und Provinzen bestehen nicht. Jede der 24 bewohnten Inseln und Atolle hat jedoch eine eigene Verwaltung.

Seit 1983 besteht ein freier Assoziierungsvertrag mit den USA, die mit der Verteidigungspolitik betraut sind. Im zurückliegenden Jahrzehnt wuchs das Bruttoinlandsprodukt um durchschnittlich 1 % jährlich. Für dieses eher geringe Wachstum sind im Wesentlichen ein Personalabbau in der öffentlichen Verwaltung, Dürreperioden, ein Umsatzeinbruch im Baugewerbe und ein Rückgang des Tourismus verantwortlich. Auch die Auslandsinvestitionen waren infolge der Finanzkrise in Asien rückläufig. Schließlich nahmen auch die Einnahmen aus der Erneuerung von Fischereilizenzen ab. In der Ausgabe 2007 des von der Weltbank editierten „Doing Business“ werden die Marshallinseln hinsichtlich der dort vorherrschenden rechtlichen Rahmenbedingungen und der geringen Kosten bei der Einstellung und Entlassung von Arbeitnehmer als „Best Performer“ unter den dargestellten Wirtschaftsgebieten bezeichnet. In Bezug auf Investitionssicherheit und der Durchsetzungsmöglichkeiten von Vertragsrechten erhielten die Marshallinseln in der gleichen Studie ein äußerst schlechtes Rating. Im „Länderranking“ des Reports aus dem Jahre 2010 (Datenbasis 2008) liegen die Marshallinseln im gewichteten Mittel aller herangezogenen Kriterien auf Platz 98 von 183 gelisteten Staaten. Im Jahre 2007 traten die Marshallinseln der Internationalen Arbeitsorganisation bei. Damit gelten auch hier arbeitsrechtliche Bedingungen, die einen internationalen Mindeststandard erfüllen.

Die Einkommensteuer beträgt, je nach Höhe des Einkommens, 8 % oder 14 %, die Körperschaftsteuer beläuft sich auf 11,5 %, die Umsatzsteuer auf 6 %. Eine Grundsteuer wird nicht erhoben. Eine Säule der Wirtschaft des Landes ist die Unterstützung aus den Vereinigten Staaten von Amerika. Im Rahmen der Vereinbarungen des freiwilligen Zusammenschlusses Compact of Free Association stellen die USA bis zum Jahre 2013 jährlich 57,7 Millionen US-$ Unterstützungsleistungen und ab 2014 bis 2023 jährlich 62,7 Millionen US-$ für die Marshallinseln bereit. Danach wird aus einem gemeinsam von den USA und der Republik Marshallinseln gebildeten Treuhandfonds unbefristet eine jährliche Zahlung fließen. Die Ronald Reagan Ballistic Missile Defense Test Site, besser bekannt als Kwajalein Missile Range oder Reagan Test Site, ist eine Raketen-Teststation mit Raketenabschussanlagen unter anderem auf dem zu den Marshallinseln gehörenden Kwajalein-Atoll. Die Vereinigten Staaten entrichten hierfür Zahlungen an die Marshallinseln. Außerdem sind zahlreiche einheimische Arbeitskräfte auf der Basis beschäftigt. Die Marshallinseln haben formal eine Dollar-Währung. Im Umlauf sind jedoch nur Banknoten, keine eigenen Kursmünzen. Münzen mit der Marshall-Dollar-Währung existieren ausschließlich für den Sammlermarkt in Form von Gedenkmünzen.